Gemeinde Balhorn & Altenstädt

Wer wir sind und was wir glauben

Gemeinde Balhorn

Die Balhorner SELK- Gemeinde bildet einen gemeinsamen Pfarrbezirk mit der Altenstädter SELK. Das Balhorner Kirchgebäude stammt aus dem Jahr 1921. Bereits 1874 – im Jahr der Trennung – wurde an gleicher Stelle der sogenannte Betsaal in Fachwerkbauweise errichtet. Die Balhorner Gemeinde entstammt der Hessischen Renitenz. Das renitente Selbstverständnis ist auch im Kirchgebäude durch Verzicht auf bildliche Darstellungen sichtbar und statt des Kruzifixes steht auf dem Altar ein schlichtes Holzkreuz. Seit den 1960er Jahren hat die Gemeinde Flächen neben der Kirche hinzuerworben und ein neues Pfarrhaus (1973 /74) und ein Gemeindehaus (1983/84) gebaut. Im Zuge der Renovierung 2004 bekam die Kirche eine neue Orgel.

Eine grundlegende Erweiterung erfuhr die Balhorner Gemeinde nach dem zweiten Weltkrieg. Ein große Anzahl Heimatvertriebener aus Reinswalde, einem Ort aus dem Gebiet jenseits der Oder, fanden eine neue Heimat in Balhorn. Sie entstammten der altlutherischen Kirche und wurden nach einigen Jahren formell in die Balhorner Gemeinde aufgenommen. Nach der Auflösung der Sander SELK traten die meisten Sander Gemeindeglieder 2023 der Balhorner Gemeinde bei.

Die Balhorner Gemeinde gehört mit ca. 600 Gliedern zu den größten der SELK. Sie ist eine sehr aktive Gemeinde. Das zeigt sich u.a. in den Gemeindekreisen: Der Spielkreis für die Kleinsten, eine Flötengruppe, Hauskreis, Jugendkreis und Seniorenkreis, der Posaunenchor und der Bauausschuss. Neben den vom Pfarrer geleiteten Haupt- und Predigtgottesdiensten finden Lektorengottesdienste statt, dafür stehen der Gemeinde 5 Lektorinnen und Lektoren zur Verfügung. Während der Gottesdienste werden Kindergottesdienste angeboten. Für die Betreuung der Kinder, für die umfangreiche Grundstückspflege und die Versorgung bei den regelmäßigen Kirchenkaffees stehen Teams in unterschiedlicher Besetzung bereit. Der Gebäudebestand erfordert immer wieder Renovierungsmaßnahmen, auch dafür sind Gemeindeglieder zur ehrenamtlichen Mitarbeit bereit.

Nach vielen Jahren der Abgrenzung funktioniert die Ökumene mit der örtlichen Evangelischen Landeskirchlichen Gemeinde gut. Tradition haben die ökumenischen Gottesdienste zu Himmelfahrt und beim jährlichen Dorffest. Die Posaunenchöre beider Gemeinden veranstalten regelmäßig gemeinsame Konzerte. 

Stand: Januar 2026

Gemeinde Altenstädt

In Altenstädt gibt es zwei evangelische Kirchengemeinden: Zum einen die Landeskirche und, seit der Trennung im Jahr 1874, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK). Der Auslöser für die Gründung der SELK war eine Kabinettsorder Wilhelms I., des Königs von Preußen, vom 28.07.1873, wonach die Gottesdienstform und die Kirchenleitung, im preußischen Staat vereinheitlicht werden sollten. Dagegen wehrten sich landesweit einige Pfarrer mit ihren Gemeindegliedern, die auf Grund ihres mangelnden Gehorsams dann auch als Renitente (lat. für Widerstand) bezeichnet wurden. Dazu gehört auch der bis dahin in der Landeskirche tätige Pfarrer Ludwig Saul, der aufgrund dieses Verstoßes am 05.02.1874 seines Amtes enthoben und nicht mehr vom preußischen Staat bezahlt wurde. Pfarrer Saul gründetet daraufhin mit den ihm nachfolgenden Gemeindegliedern die SELK in Altenstädt. Folge dieser Amtsenthebung war, dass die Gemeinde ihren Pfarrer und das Kirchengebäude selbst unterhalten musste. Das ist noch heute so.

Der Grundstein für die Altenstädter Kirche der SELK wurde am 18.04.1923 gelegt. Noch im gleichen Jahr, am 16.12.1923 wurde die Kirche feierlich eingeweiht. Das Grundstück war vom damaligen Pfarrer Engelbrecht zur Verfügung gestellt worden. Da die Kirche in Zeiten der Hyperinflation gebaut wurde, wurden die notwendigen Arbeiten, die nicht selbst erledigt werden konnten, sowie Baumaterial, das gekauft werden musste, in Roggen bezahlt.

Im Jahr der Grundsteinlegung hatte die Gemeinde der SELK 97 Mitglieder aus 20 Familien in Altenstädt und vier Familien in Naumburg. Heute hat die Gemeinde etwas mehr als 30 Mitglieder und bildet mit Balhorn einen gemeinsamen Pfarrbezirk. Die aus früheren Zeiten berichtete gegenseitige Ablehnung zwischen Renitenten und Landeskirchlern ist längst überwunden und es gibt ein gutes, lebendiges Miteinander.